Montag, 22. Juni 2009

„Atlasmedizin“: Prof. Martin Lambeck als Heckenschütze bei Esowatch?

Denunziert Prof. Martin Lambeck neuerdings private Intimfeinde im Schutze der Anonymität? Diesen Eindruck erweckt zumindest ein Artikel, den das illegale Internet-Portal Esowatch (1) kürzlich über die sog. Atlasmedizin des Berliner Arztes Dr. med. Dipl. Ing. Herbert Koerner publizierte (hier ein Screenshot (2) des Online-Magazins psychophysik.com). Der im sprachlichen Stil des Berliner Physikers verfasste Artikel verbreitet neben wahren auch nachweislich falsche Informationen. Die Darstellung ist insgesamt tendenziös und irreführend. Sie verschweigt wichtige für Prof. Martin Lambeck peinliche Fakten.



WICHTIG: Bitte beachten Sie die Anmerkung am Ende dieses Blog-Kommentars.

GWUP.WATCH berichtete kürzlich ausführlich über das Internetportal Esowatch (3). Die Liste der dort aufgeführten kritischen Aspekte wurde soeben um einen weiteren Punkt ergänzt:

7. Gezielte Täuschung: „Esowatch-Autoren verhalten sich wie Heckenschützen, die Personen aus der Anonymität heraus hinterhältig angreifen, ohne für ihre (Falsch-) Aussagen die Verantwortung zu übernehmen. Ein Beispiel: Der Esowatch-Artikel „Atlasmedizin“ wurde mit großer Wahrscheinlichkeit unter aktiver Mitwirkung von Prof. Dr. Martin Lambeck (4) verfasst. Esowatch verschweigt hier wichtige für Lambeck sehr peinliche Informationen, die im (absichtlich nicht zitierten) Artikel „Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck...“ nachgelesen werden können. Die Esowatch-Aussage zum Pilsglas-Experiment ist eine gezielte Falschdarstellung. Das Experiment hat im Beisein von Lambeck funktioniert, wurde von ihm jedoch falsch interpretiert.“
Gezielte Desinformation von Esowatch
Ziel dieses Kommentars ist es nicht, ein Plädoyer zu Gunsten von Dr. med. Herbert Koerner zu verfassen und alle seine auf der Homepage atlasmedizin.de verbreiteten Thesen zu stützen. Herr Koerner ist eine schillernde Persönlichkeit und seine Thesen über Manuelle Medizin, Biologische Kybernetik, Bionik, Neurophysiologie, Psychologie und Quantenmechanik sind es wert, kritisch hinterfragt zu werden. Sollte hier jedoch ein bekannter Koerner-Kritiker versuchen, im Schutze der Anonymität Tritte unterhalb der Gürtellinie zu verteilen, so hat der Berliner Arzt ein Recht auf Fairness und Richtigstellung. Der Esowatch-Artikel über die sog. Atlasmedizin von Herrn Koerner wimmelt nur so von tendenziösen, irreführenden und falschen Darstellunge. Dieser Kommentar beschränkt sich auf drei wesentliche Aspekte:

1. Das Pilsglas-Experiment hat funktioniert
Esowatch schreibt über das sog. Pilsglas-Experiment (5) von Dr. med. Herbert Koerner: „Als bei einer Demonstration des Koernerschen Pilsglaseffekts der Physiker und bekannte Skeptiker Martin Lambeck hinzugezogen wurde, und dieser experimentell die Biergläser auf zwei getrennten Tischen aufstellen ließ, ließen sich - wie aus der klassischen Physik her zu erwarten - die Dreheffekte nicht mehr zeigen.“ Diese Aussage ist falsch. Richtig ist hingegen, dass jenes Experiment in Anwesentheit von Herrn Lambeck funktionierte. Lambecks damalige Interpretation des gelungenen Experiments („gekoppelte Oszillation“) ist jedoch falsch und für einen Physik-Professor peinlich, weil die Pilsgläser in Wasser schwammen. „Gekoppelte Oszillation“ setzt ein starres Medium zur Schwingungsübertragung voraus. Das Magazin ZEITWissen schreibt auf Seite 83 seiner Ausgabe Nr. 4/2006 auch: „Martin Lambeck hat die Gläser keinen Moment lang aus den Augen gelassen. 'Da' ruft er, 'es hat sich bewegt!'“ Der Ausruf Lambecks dokumentiert das funktionierende Pilsglas-Experiment.

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2. Das Pilsglas-Rätsel ist nach wie vor ungelöst
Esowatch schreibt in Hinblick auf das Pilsglas-Rätsel: „So ist seit dem 17. Jahrhundert durch Christiaan Huygens bekannt, dass Pendeluhren an einer gemeinsamen Wand auf gut mit klassischer Physik erklärbare Weise (Mitnahme-Effekt oder Lock-in-Effekt) geringe mechanische Energien austauschen können, die nach einer Weile zu synchronen gekoppelten Pendelbewegungen führen.“ Diese Aussage ist zunächst einmal ein Freudscher Versprecher. Warum ist eine spekulative Erklärung nötig, wenn das Experiment im Beisein von Lambeck doch angeblich nicht funktioniert hat? Die Spekulation ist notwendig, weil das Experiment in Wirklichkeit funktioniert hat und von Dr. med. Herbert Koerner übrigens auch schon mehrfach erfolgreich vor Forschungseinrichtungen vorgeführt wurde. Richtig ist, dass es bis heute keine seriöse wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen gibt. Eine noch ausstehende wissenschaftliche Untersuchung könnte zu dem Ergebnis kommen, das die Hypothesen von Koerner und Lambeck gestützt oder entkräftet werden.

Der von Esowatch (konspirativ im Internet) und von Prof. Martin Lambeck (öffentlich in Berlin) als spekulative Erklärung genannte Lock-in-Effekt (6) kann aus mehreren Gründen nicht Erklärung des Pilsglas-Phänomens sein: a) Schwach gekoppelte Oszillation setzt ein starres Medium zur Übertragung von Schwingungen voraus. Da die Pilsgläser jedoch wie Bojen im Wasser schwimmen, fehlt dieses Medium. b) Die Pilsgläser pendeln nicht rhythmisch sondern drehen sich um ihre eigene Achse. c) Die unerklärliche Drehung des zweiten nicht berührten Pilsglases erfolgt extrem langsam (für das Auge fast nicht sichtbar) nach einer Verzögerung von 5 bis 10 Minuten, wenn das gemäß Prof. Martin Lambeck und Esowatch angeblich impulsgebende manuell gedrehte Glas bereits zum Stillstand gekommen ist.

Prof. Martin Lambeck und Esowatch zeigen mit der Lock-in-Effekt-These ein für dogmatische sog. Skeptiker typisches Verhalten. Sie beantworten einen ihnen dubios vorkommenden Erklärungs-Mythos durch ihren eigenen dubiosen Erklärungs-Mythos. Dieses interessante Verhalten dokumentieren auch Wikipedia-Nutzer FOSSA (7) und der Heidelberger Soziologe Edgar Wunder (8).

3. Lambecks dubioser Heiler-Test
Esowatch schreibt: „Atlasmedizin ist der Name einer humankybernetischen Alternativmedizin ohne bekanntgewordene Wirksamkeit des Berliner Orthopäden, Ingenieurs und Geistheiler Herbert Koerner. Die Methode kann im weitesten Sinne als eine esoterisch-inspirierte Methode der Chiropraktik oder manuellen Medizin verstanden werden. Dies fand zwar in der Medizin keine erwähnenswerte Resonanz und Rezeption, führte jedoch immerhin zu einer Berichterstattung durch RTL-TV und Artikel in den VDI-Nachrichten des Vereins Deutscher Ingenieure, sowie in Die Welt und Berliner Morgenpost. Seriös zu nennende Fachliteratur oder Fachartikel in anerkannten Journalen sind über die Atlasmedizin in wissenschaftlichen Datenbanken nicht auffindbar.“

Richtigstellung: Zunächst einmal ist Koerner kein Geistheiler und stellt sich selbst auch nicht als Geistheiler dar. Die Wortwahl Geistheiler wurde von Esowatch vermutlich gewählt, um dem Artikel einen diffamierenden und abwertenden Duktus zu geben. Esowatch verfolgt bekanntlich nicht das Ziel, neutral und objektiv zu informieren. Intention der Autoren ist es stattdessen, aus ihrer subjektiven Sicht kritikwürdige Personen aktiv zu bekämpfen und öffentlich zu brandmarken.

Die Darstellung verschweigt, dass sich Dr. med. Herbert Koerner über Jahre hinweg aktiv aber erfolglos darum bemüht hat, eine wissenschaftliche Einrichtung zu finden, die sein Therapie-Konzept erforscht. Prof. Martin Lambeck hatte gegenüber Koerner den Eindruck erweckt, er würde seine Therapie im Rahmen seines „Harten Tests für sanfte Heiler“ (9) seriös überprüfen. Wie sich später herausstellte, verfügten Prof. Martin Lambeck und sein Verein GWUP jedoch weder über das methodische und medizinwissenschaftliche Fachwissen noch entsprechende Ressourcen, um eine entscheidende Frage seriös zu beanworten: „Ist Dr. med. Herbert Koerner mit seiner Methode in der Lage, Menschen von Schmerzen zu befreien?“ Diese Frage ließ sich mit den von Lambeck gewählten Mitteln (kein vorher abgestimmtes und wissenschaftliche Mindeststandards erfüllendes Experimental-Design (10), jedoch ein unterhaltsames Wochenend-Treffen in der Berliner Villa Koerners) nicht seriös beantworten.

Der folgende Esowatch-Hinweis ist vor diesem Hintergrund nicht nur falsch sondern auch rotzfrech: „Bei einigen vor Zeugen durchgeführten Vorführungen und Tests am 21. April 2006 kam es zu keinen nennenswerten, von Koerner postulierten, Heileffekten, die über einen möglichen zu erwartenden Placeboeffekt hinausgingen.“ Der von Lambeck durchgeführte angebliche „Heiler-Test“ war im wissenschaftlichen Sinne unseriös, vollkommen unbrauchbar, um zu irgendwelchen zuverlässigen Aussagen zu kommen. Wie bereits erwähnt verschweigt Esowatch hier wichtige für Lambeck peinliche Informationen, die im Artikel „Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck...“ nachgelesen werden können.

Grundsätzlich gilt auch: »Das Fehlen des Nachweises für einen Effekt ist nicht der Nachweis für das Fehlen eines Effekts« (Altman DG, Bland JM: Absence of evidence is not evidence of absence. BMJ 1995; 311 (7003): 485.). Die Bewertung der Atlasmedizin als nützlich oder nicht empfehlenswert kann erst nach einer wissenschaftlichen Untersuchung vorgenommen werden. Die von Esowatch erwähnte fehlende wissenschaftliche Literatur erlaubt weder positive noch negative Aussagen. Der seltsame „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck darf hingegen als Kuriosität mit pseudowissenschaftlichem Charakter eingestuft werden.

Prof. Martin Lambeck als Heckenschütze bei Esowatch?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Artikel durch die sprachliche Signatur von Prof. Martin Lambeck gekennzeichnet wird und wichtige Informationen enthält, die beliebigen Esowatch-Autoren unbekannt - Prof. Martin Lambeck jedoch bekannt - sind. Esowatch-Autor Deceptor (11) hat den Atlasmedizin-Artikel definitiv nur ins Netz gestellt und nicht selbst verfasst. Es sprechen somit erhebliche Indizien für die These, dass Prof. Martin Lambeck durch ein Verhalten auffällt, welches eines seriösen Wissenschaftlers nicht würdig ist. Die angegriffene Person Dr. med. Herbert Koerner erhielt keine Chance, sich an der Darstellung zu beteiligen und wird noch dazu von einem hinterhältigen Heckenschützen angegriffen, der im Schutze der Anonymität keine Verantwortung für seine (Falsch-) Aussagen übernimmt.

Übrigens: Auch GWUP.WATCH verbreitet seine Kommentare anonym und ohne Impressum. Dies ist jedoch eine direkte Reaktion auf das unethische Verhalten von Esowatch. GWUP.WATCH erhält sofort ein Impressum, sobald der Herausgeber und die Autoren von Esowatch ihre Identität und Adresse preisgeben.

WICHTIGER HINWEIS: Dieser Blog-Kommentar gibt eine Meinung wieder, ist jedoch nicht als Tatsachenbehauptung zu verstehen. Verschiedene Indizien sprechen aus Sicht von GWUP.WATCH für die Annahme, dass Prof. Martin Lambeck Autor des Esowatch-Artikels „Atlasmedizin“ ist oder am Verfassen dieses Artikels zumindest maßgeblich beteiligt war. Beweise für diese Annahme liegen GWUP.WATCH nicht vor.

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