
Die gute Nachricht vorweg: Esowatch oder genauer EsoWatch.com ist ein interessantes und in Teilen durchaus wertvolles Webprojekt. Wer Esowatch besucht, der wird mit einem freundlichen „Willkommen auf dem Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme“ begrüßt. Er erfährt, dass Esowatch u. a. über pseudowissenschaftliche Heilmethoden, (braune) Esoterik, Kurpfuscher und Scharlatane informiert. Verschiedene Esowatch-Artikel sind lesenswert und aus Gründen der Aufklärung und des Verbraucherschutzes durchaus wertvoll.
Nun jedoch die schlechte Nachricht: Wer ausschließlich die Esowatch-Wiki und das dazugehörige Eso Blog studiert, dem werden die Schattenseiten dieses Webprojektes verschwiegen.
1. Linientreue Autoren: Anders als bei Wikipedia ist eine Mitarbeit an der Esowatch-Wiki nicht frei. Es werden nur Autoren zugelassen, welche sich im „Autorenaussieb- und Arbeitsforum“ (4) bewährt und als linientreu („zu uns passend“) bewiesen haben. Wer sich nicht diszipliniert unterordnet und aneckt, der wird mit einem weniger freundlichen „verreckt ihr Vollidioten“ begrüßt.
2. „Skeptiker“ und Atheisten: Als Autoren werden ausschließlich Personen zugelassen, welche der so genannten „Skeptiker“-Bewegung (5) und dem Atheismus nahestehen. Wie sich unter GWUP.WATCH aber auch in der wissenschaftlichen Dokumentation „Das Skeptiker-Syndrom“ (6) des Soziologen Edgar Wunder unschwer nachlesen lässt, geht es hier um Weltanschauung, Dogmatismus und Fundamentalismus. Die wenigen Damen und vielen Herren haben große Ähnlichkeit mit den Objekten ihrer Kritik, nur halt mit umgekehrten Vorzeichen.
3. Wiki als Waffe: Zielsetzung der Esowatch-Wiki ist es nicht, Sachverhalte objektiv und neutral darzustellen. Wie Esowatch-Autor und Fake-Experte (7) Thomas Xavier im Weblog von Univ. Prof. Dr. Ulrich Berger freimütig zugibt, geht es darum, Menschen und Sichtweisen zu bekämpfen und anzuprangern. Thomas Xavier kommentiert am 23. April 2008 „Herr Froböse, Sie sind ein Fall für Esowatch!“ (8). Ein Freudscher Versprecher, der es auf den Punkt bringt. Die Esowatch-Wiki wird von ihren Autoren als Waffe betrachtet. Der Satz „Frau Merkel, Sie sind ein Fall für Wikipedia!“ würde hingegen keinen Sinn machen.
4. Pseudowissenschaft: Nach Aussage des Soziologen Edgar Wunder setzen „Skeptiker“ gerne Worte wie z. B. „Pseudowissenschaft“ als Kampfbegriffe ein, um Andersdenkende zu stigmatisieren und sich mühsame Erläuterungen (von Unterstellungen) zu sparen. Wie das H.Blog in seinem Kommentat „Esowatch.com im Münchhausen-Test: Akupunktur“ (9) plastisch demonstriert, publizieren die Esowatch-Autoren jedoch selbst „Pseudowissenschaft“ in Reinkultur.
5. Militanz: Esowatch-Autoren haben es nicht so mit konstruktiver Diskussionskultur. Die im H.Blog dokumentierten Fehler (gerac-Studien, Haltung der Krankenkassen) wurden bisher nicht korrigiert. Stattdessen wurde versucht, den H.Blog-Autor mit der Rufmordseite claus-fritzsche.com und gefälschten Kommentaren auf Pornographieseiten (10) (im Rahmen stark limitierter intellekueller Möglichkeiten) zu „bestrafen“. Wie der Zufall es so will, werden die Rufmord- und die Esowatch-Domain beide beim gleichen - wenig verbreiteten - Provider MediaOn gehostet.
6. Rechtsverstöße: Esowatch verstößt in großem Umfang gegen § 186 StGB (Üble Nachrede), § 187 StGB (Verleumdung) und das Urheberrecht (§ 97 UrhG). Zur Masche der Esowatch-Autoren gehört es, dass sie richtige Informationen selektiv zitieren (tendenziös aufblähen und sinnentstellend wiedergeben) und zwischendurch in kleinen Dosen bewusst falsche Informationen streuen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind alle Fotos geklaut. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Esowatch seit März 2009 in staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Deutschland verwickelt ist.
7. Gezielte Täuschung: Esowatch-Autoren verhalten sich wie Heckenschützen, die Personen aus der Anonymität heraus hinterhältig angreifen, ohne für ihre (Falsch-) Aussagen die Verantwortung zu übernehmen. Ein Beispiel: Der Esowatch-Artikel „Atlasmedizin“ (11) wurde mit großer Wahrscheinlichkeit unter aktiver Mitwirkung von Prof. Dr. Martin Lambeck (12) verfasst. Esowatch verschweigt hier wichtige für Lambeck sehr peinliche Informationen, die im (absichtlich nicht zitierten) Artikel „Pseudowissenschaft bei ZEITWissen: Der „Heiler-Test“ von Prof. Martin Lambeck...“ nachgelesen werden können. Die Esowatch-Aussage zum Pilsglasexperiment ist eine gezielte Falschdarstellung. Das sog. Pilsglas-Experiment hat im Beisein von Lambeck funktioniert, was auch im Magazin ZEITWissen Nr. 4/2006 auf Seite 83 nachgelesen werden kann. Die Interpretation des erfolgreichen Pilsglas-Experiments durch Lambeck („gekoppelte Oszillation“) war jedoch falsch.
Nun zur spannenden Frage: Kooperiert Univ. Prof. Dr. Ulrich Berger mit Esowatch? In seinem alten und neuen Weblog listet Ulrich Berger das Eso Blog des Esowatch-Herausgebers in seiner Blogroll auf. Das ist zunächst nur ein Zeichen von Sympathie (und weltanschaulicher Übereinstimmung). Wer sich informieren will, ob und wie Ulrich Berger mit Esowatch kooperiert, der sollte einmal in Ruhe die Treffer der Google-Suche „Ulrich Berger site: esowatch.com“ und „Esowatch site: www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht“ durcharbeiten.
Hier finden sich viele Indizien für eine sehr enge Kooperation zwischen Univ. Prof. Dr. Ulrich Berger und Esowatch. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
Der Pressetext-Mitarbeiter Wolfgang Weitlaner publiziert 2007 einen Artikel (13), in welchem er Ulrich Berger scharf dafür kritisiert, dass er in einem im Standard publizierten Artikel Begriffe wie z. B. Homöopathie, Akupunktur und Gerd Ryke Hamer undifferenziert und ohne tragfähige Quellenangaben in einen Topf wirft und aus Sicht von Weitlaner tendenziös darstellt. Ulrich Berger ist darüber wenig erbaut und antwortet im Dezember 2007 mit den Worten:
„Oder in dieser Pressemeldung. Aussender der Fehlinformation war der pressetext-Redakteur Wolfgang Weitlaner, ein einschlägig bekannter Esoterikfreund und ein großer Fan meiner Kommentare. (Auch von diesem?)“ (14)
Anstatt sachlich auf die Argumentation von Weitlaner einzugehen, greift Berger Wolfgang Weitlaner persönlich, abwertend und stigmatisierend an. Ulrich Berger tauscht keine den Sachverhalt und die Kontroverse betreffenden Argumente aus und argumentiert (wie so häufig) ausschließlich ad hominem (15). Persönliche Angriffe sind ein Stilmittel, welches sich wie ein roter Faden durch viele Blog-Kommentare von Ulrich Berger zieht. Wie der Zufall es will, findet zeitnah zur Weitlaner-Kritik von Ulrich Berger ein Esowatch-Artikel über Wolfgang Weitlaner (16) den Weg ins Internet. Die Quellenangaben verweisen auf Wortbeiträge von Ulrich Berger. Frei nach Thomas Xavier lässt sich sagen: Esowatch-Autoren erfahren von Ulrich Berger, wer ein Fall für Esowatch ist ...
Das Spiel über Bande zwischen Univ. Prof. Dr. Ulrich Berger und Esowatch funktioniert wunderbar und wird nur noch überboten durch die Kooperation mit Bergers Freunden bei ScienceBlogs. Mehr dazu in einem zukünftigen Kommentar.
GWUP.WATCH über Esowatch
Atlasmedizin: Prof. Martin Lambeck als Heckenschütze bei Esowatch?

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